Die Feopentow-Orgel in Hannover-Süd

Verschiedene Sinne wollen im Gottesdienst angesprochen werden. So ist die Musik aus unseren kirchlichen Feiern nicht mehr wegzudenken, weil es ihr gelingt, tiefere Schichten in uns zu berühren.

Das Besondere an dem Instrument der Orgel ist die Vielfalt ihrer Pfeifenarten und der Reichtum ihrer Klangfarben, vom zarten und einfühlsamen bis zum majestätischen und jubelnden Ton. Ihr Klang berührt die Sinne der Menschen und dringt in ihre Seelen.

Unsere Orgel ist nicht nur ein Begleitinstrument für den Gesang der Gemeinde, sie ist auch nicht nur für die Musik „dazwischen“ verantwortlich, sondern ist echter und wirklicher Teil der Liturgie. Nicht zuletzt bietet dieses Instrument gute Voraussetzungen für Kirchenkonzerte und ist damit eine bleibende Herausforderung für Organisten und Kirchenmusiker.

Der Ursprung

Basis für die neue Orgel im Gemeindezentrum der Neuapostolischen Kirche Hannover-Süd bildet das ehemalige Instrument aus dem großen Saal der Neuapostolischen Kirche in der Brühlstraße 11. Das in der alten Orgel enthaltene Pfeifenwerk, insbesondere die Pfeifen aus der Prospektansicht, sowie Teile der Orgeltechnik sind ein bis heute sehr wertvolles Gut. Mit viel Engagement haben um das Jahr 1949 Geschwister der Gemeinde darum gerungen und gespendet, damit diese damals erste Pfeifenorgel in einer neuapostolischen Kirche der Region entstehen konnte.

Die Orgel

Erbauer der Orgel in Hannover-Süd ist die Firma Orgelbau Feopentow in Wienhausen bei Celle.

Die neue Orgel im Gemeindezentrum Hannover-Süd ist mit zwei Manualen, einem Hauptwerk, einem Schwellwerk und einem Pedalwerk ausgestattet. Der Tonumfang der Manualwerke erstreckt sich mit 54 Tönen von groß C bis f3, das Pedalwerk hat 30 Töne, von groß C bis f1. Das Herzstück des Instrumentes, der Spieltisch, hat seinen Platz direkt im Zentrum des Orgelgehäuses. Von ihm aus werden alle Vorgänge im Instrument gesteuert.

Die Trakturen

Die Spieltraktur, also die Verbindung der Manual- und Pedaltasten mit den jeweiligen Tonventilen in den Windladen der Orgel, wurde mechanisch hergestellt. Dies ist die älteste Bauart von Spieltrakturen, die sich bis heute als die Traktur mit der bestmöglichen Spielart für den Organisten auszeichnet.

Die Registertraktur, welche für das Ein- bzw. das Abschalten von Registern in den einzelnen Werken der Orgel zuständig ist, ist hingegen als elektrische Traktur gebaut. Diese bietet den Organisten alle Vorzüge, die für eine moderne Kirchen- und Konzertorgel wünschenswert sind. Register können in Kombinationen programmiert (Setzer), gespeichert und auch mit einem Knopfdruck in kürzester Zeit wieder aufgerufen werden. So kann der Organist auch ohne fremde Hilfe ansonsten sehr aufwändige Registrierungen in Sekundenschnelle mühelos allein vornehmen.

Die Disposition

Auf den mechanischen Schleifladen der Orgel sind die einzelnen Register (Pfeifenreihen jeweils einer Klangfarbe) nach bestimmten Kriterien angeordnet. Im Hauptwerk der Orgel sind 10 Register vorhanden, im Schwellwerk stehen 9 und im Pedalwerk 5 Register.

Die vollständige Disposition der einzelnen Werke findet sich im nebenstehenden Bild.

Der Klang

Die Pfeifen der einzelnen Register werden mittels einer kunsthandwerklichen, spätklassischen Intonationstechnik (um 1800–1850) neu intoniert bzw. neu ausintoniert. Angestrebt wird dabei eine gute Grundtönigkeit, welche dem Klang des Instrumentes eine hohe Tragfähigkeit verleiht und eine hervorragende
Klangverschmelzung der Register untereinander ermöglicht. Merkmale dieser Intonationstechnik sind charakteristische Klangfarben sowie eine präzise Ansprache der Pfeifen in den einzelnen Registern und Lagen.

Wind und Prospekt

Ein modernes, geräuscharmes Orgelgebläse versorgt die Windanlage des Instrumentes mit dem benötigten „Wind“ (die Luft, die über Bälge und Kanäle zu den Pfeifen geführt wird). Die Bälge sorgen dafür, dass der Wind einen bestimmten Druck bekommt und halten gewissermaßen einen Vorrat des Windes abrufbereit. Dieser Wind wird dann bei Bedarf über Kanäle aus Holz und geeignete flexible Rohre zu den Windladen und über diese bis hin zu den einzelnen Pfeifen geführt. Alle Komponenten der Orgel, die Windladen mit den Pfeifen, die Trakturen, das Windsystem sind auf- bzw innerhalb einer aufwendigen Trägerkonstruktion aus Leimholz angeordnet und fixiert.

Vor dem gesamten technischen Aufbau der Orgel steht die Gehäusefront mit den Prospektpfeifen. Diese gibt dem Instrument ein angemessenes, majestätisches Äußeres, was in vorzüglicher Weise in die Architektur des Kirchenraumes integriert wurde.

Die Historie: Entwicklung der Benefizaktion "Eine neue Orgel für Hannover-Süd"

Auszüge aus der Orgelbroschüre

Weitere Fotos