Feierstunde am Samstag
In Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Bauhandwerk und benachbarter Kirchengemeinden sowie einiger Pressevertreter ging Bezirksapostel Wilfried Klingler in seiner Festansprache auf die Entwicklungen der letzten Jahre ein, die zu der Entscheidung geführt hatten, ein neues Kirchenzentrum im Süden der niedersächsischen Landeshauptstadt zu errichten. Insbesondere der demografische Wandel und damit verbundene Veränderungen führten zu neuen Anforderungen, so der Bezirksapostel. Um eine lebendige und zukunftsfähige Gemeinde zu schaffen, habe man deshalb vier Gemeinden zu einer zusammengeführt. Das neue Kirchenzentrum wird das geistliche Zuhause für die früheren Gemeinden Hannover-Mitte, Hannover-Wülfel und Hannover-Misburg, die schon seit einiger Zeit gemeinsame Gottesdienste feierten. Hinzu gekommen ist jetzt noch die Gemeinde Hannover-Anderten. Der Bezirksapostel dankte allen an der Planung und Bauausführung Beteiligten ebenso wie den Gemeindemitgliedern für ihr Engagement im Zusammenhang mit der Errichtung und Ausstattung des Neubaus.
Architekt Sven Martens, der den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, stellte in seiner Rede einige technische Details vor und erläuterte gestalterische Zusammenhänge. Anschließend übergab der Architekt dem Gemeindevorsteher Hirte Dirk Müller den symbolischen Schlüssel für den Neubau.
Der Erste Bürgermeister Thomas Hermann überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Oberbürgermeisters und des Rats der Stadt Hannover. Als Vertreter der benachbarten Kirchengemeinden sprach Pastor Dr. Michael Wohlers von der evangelisch-lutherischen Auferstehungsgemeinde ein Grußwort und überreichte eine Orgelpfeife mit einem Geldgeschenk.
Mit Gebet und Segenswunsch beendete Bezirksapostel Klingler den Festakt, der musikalisch durch ein Vokalensemble umrahmt wurde. Die neue Pfeifenorgel setzte musikalisch den Schlusspunkt. Anschließend war bei einem Sektempfang ausreichend Gelegenheit zu informativen Gesprächen. Auch von der Möglichkeit, den Neubau zu besichtigen, wurde gern Gebrauch gemacht.
Weihegottesdienst am Sonntag
Dem Weihegottesdienst am Sonntagvormittag legte Bezirksapostel Klingler das Bibelwort 1. Petrus 2, 6 zu Grunde:
„Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein;
und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“
Nach einigen einleitenden Worten sprach der Bezirksapostel das Weihegebet, das musikalisch von Chor, Klavier und Orgel mit dem Lied „Nun danket alle Gott“ umrahmt wurde.
Danach ging der Bezirksapostel auf das Bibelwort ein: Gott legt einen kostbaren Eckstein – Christus. Christus hat Sünder lieb. Auf diese Liebe können wir unser Lebens- und Glaubensgebäude bauen. Christus ist verlässlich und vertrauenswürdig. Darauf können wir bauen. Und auch die Gemeinde ist auf Christus gegründet. Er ist das Beste, was es gibt!
Der Bezirksapostel erwähnte in diesem Zusammenhang das Motto, das sich die neue Gemeinde gegeben hat: „Mit Christus leben, feiern.“ Die Gemeinde lebt mit Christus, wenn die Gemeindemitglieder ihre Gaben in den Dienst Gottes stellen, ohne auf Ansehen und Belohnung zu achten – wie Christus. Leben heißt auch, einander anzunehmen – wie Christus uns angenommen hat. Die Gemeinde feiert mit Christus, wenn Gottesdienste und Handlungen sich an Christus orientieren.
Apostel Helge Mutschler ging insbesondere auf den „Lichtturm“ des Kirchengebäudes ein. Durch die Fenster dringt Sonnenlicht nach innen und erhellt die Kirche. Aber wenn es draußen dunkel wird, strahlt das Licht nach außen. Die Gemeinde möge ein „Leuchtturm“ der Liebe Jesu Christi sein!
Nach der Abendmahlsfeier bestätigte der Bezirksapostel die Amtsträger der neuen Gemeinde Hannover-Süd in ihrem Amt und wünschte ihnen Gottes Segen. Mit dem mächtigen Gemeindegesang „Zion, jauchz voll sel'ger Freud“ klang der Gottesdienst aus.
Das Kirchenzentrum mit seinen Nutzungsmöglichkeiten
Auf dem 5.600 Quadratmeter großen Grundstück wurden neben dem Kirchengebäude mit dem markanten 19 Meter hohen Lichtturm auch zwei Wohngebäude mit insgesamt 45 Wohnungen und einer Tiefgarage errichtet. Mit dem Bau wurde im November 2013 begonnen, Grundsteinlegung war im März 2014, Richtfest im November 2014. Die Wohnungen werden demnächst bezugsfertig.
Das Kirchengebäude enthält neben dem Kirchenschiff und dem Lichtturm auch Andachtsräume, Räume für Gemeindeaktivitäten sowie eine Cafeteria. Damit kann das Gebäude multifunktional nicht nur für kirchliche Zwecke genutzt werden, sondern steht auch für Musikveranstaltungen sowie für die Kinder- und Jugendarbeit, für Senioren und Seminare zur Verfügung. In den Wohngebäuden ist eine Großtagespflege für Kinder vorgesehen; sie wird demnächst mit zehn Kindern und zwei Tagesmüttern in Betrieb genommen. In einem der Häuser ist das Büro für einen häuslichen Pflegedienst geplant, der zahlreiche Leistungen bis zur umfassenden Betreuung von pflegebedürftigen Bewohnern anbietet. Auf Grund der Ausstattung mit zukunftsweisenden Informationstechniken besteht in den Wohnungen bei Bedarf auch die Möglichkeit der Gottesdienstübertragung via Internet in häusliche Bereiche bettlägeriger Gemeindemitglieder.
Text P.H., Fotos: I.K., S.N., P.S., T.L.
Neuapostolische Kirche